Liebeskummer: Die Wunde im Herzen

Inhaltsverzeichnis
Was ist Liebeskummer

Fast jeder kennt dieses Gefühl und weiß: Das Wort „Liebeskummer“ klingt viel zu harmlos für das Leid, das es für jeden Menschen bedeutet. Denn Liebeskummer gehört zu den schmerzhaftesten Erfahrungen im Leben. Ob nach einer Trennung oder auch aufgrund von unerwiderter Liebe – dieser Schmerz kann überwältigend sein und ist so viel mehr als nur ein vorübergehendes Stimmungstief.

Wenn eine Beziehung endet, verlieren wir oft nicht nur einen Partner oder eine Partnerin, sondern auch die gemeinsamen Träume, Pläne und das Gefühl von Sicherheit. Der Mensch, der uns Trost und Freude schenkte, wird zur Ursache von Trauer. Es ist, als würde das Leben plötzlich nur noch in Grautönen verlaufen, es fehlt der Antrieb für alles, die Traurigkeit liegt wie eine schwere Decke über allen Bereichen des Lebens.

Liebeskummer ist aber nicht nur emotional, sondern auch körperlich spürbar. Wir fühlen uns wie gelähmt, haben das Gefühl, im Dunkeln zu treiben und glauben, nie wieder glücklich sein zu können. Menschen mit Liebeskummer liegen häufig nachts wach und können nicht aufhören zu grübeln. Und auch tagsüber kreisen die Gedanken immer wieder um dasselbe Thema, man verspürt keinen Appetit – oder hat das Bedürfnis, sich ständig mit viel zu viel Essen zu trösten. Manchmal kommen auch Kopf- oder Bauchschmerzen hinzu.

Was im Körper bei Liebeskummer passiert, ähnelt den Symptomen eines kalten Entzugs. Es besteht hier aber keine Abhängigkeit von einer Droge, sondern von einem Menschen, der im Leben eine riesige Lücke hinterlässt. Dass wir uns angesichts dessen traurig, verzweifelt und hoffnungslos fühlen, ist vollkommen normal! Es ist wichtig, Emotionen zuzulassen, anstatt sie zu verdrängen. Die Trauer um den verlorenen Menschen braucht ihren Raum und auch ihre Zeit. Weinen, Tagebuch schreiben oder mit vertrauten Personen sprechen kann helfen, den Schmerz zu verarbeiten.

„Die Zeit heilt alle Wunden“ – ein Satz, der in den ersten Tagen und Wochen wie Hohn klingt. Denn die Zeit kriecht, wenn das Herz gebrochen ist. Jeder Tag fühlt sich an wie ein Kampf, jede Stunde wie eine Herausforderung, den nächsten Atemzug zu machen. Am Ende gilt es jedoch – zum Glück! – meist tatsächlich, dieses alte Sprichwort, auch wenn man das momentan gar nicht zu glauben vermag. Mit jedem Tag wird der Schmerz ein wenig nachlassen, bis er schließlich ganz verschwunden ist und neuen Möglichkeiten Raum bietet. Bis dahin gilt es, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Was tut mir gut? Woraus schöpfe ich Kraft? Es ist wichtig, für sich selbst zu sorgen, zu sich selbst zu stehen, seine Bedürfnisse ernst zu nehmen und zu überlegen, was helfen kann, um sich wieder ausgeglichener, entspannter, vielleicht sogar ein wenig glücklicher zu fühlen.

 

Die Kunst des Loslassens

Liebeskummer zwingt uns dazu, loszulassen. Aber wie lässt man jemanden los, der so tief im eigenen Herzen verwurzelt ist? Es ist ein Prozess, der Zeit, Mut und Geduld erfordert. Es bedeutet, die gemeinsame Vergangenheit zu akzeptieren und sich selbst zu erlauben, nach vorne zu schauen und sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Loslassen heißt aber auch, sich selbst zu vergeben – für die Fehler, die man vielleicht tatsächlich oder vermeintlich gemacht hat, oder für das subjektive Gefühl, nicht genug gewesen zu sein. Denn die Wahrheit ist: Sie SIND genug. Immer gewesen.

 

Ein Neuanfang ist möglich

Liebeskummer ist eine der schwersten Prüfungen des Lebens, aber er ist auch eine Chance für persönliches Wachstum. Eines Tages werden Sie zurückblicken und merken, dass der Schmerz nicht mehr so tief sitzt. Die Wunden sind zu Narben geworden, die Sie daran erinnern, wie stark Sie sind. Sie werden wieder lieben, lachen und träumen – vielleicht auf eine andere, vielleicht sogar auf eine bessere Weise.

Und am Ende stehen Sie da, ein wenig weiser, ein wenig stärker – und bereit für ein neues Kapitel Ihres Lebens. Denn egal, wie dunkel es heute scheint: Die Sonne wird wieder scheinen.

 

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Manchmal sitzt der Schmerz aber so tief, dass er alleine kaum zu bewältigen scheint. Wenn Sie das Gefühl haben, dauerhaft in Traurigkeit zu versinken oder Ihr Alltag stark beeinträchtigt ist, scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Gespräch in einem geschützten Rahmen mit einer Person, die sich außerhalb des Geschehenen befindet, kann helfen, neue Perspektiven zu finden und Ihren Weg wieder zuversichtlich nach vorne zu gehen.

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