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Juli 2026 Essstörungen

Essstörungen – wenn Essen zum Thema wird

Binge Eating, Bulimie, Anorexie und Adipositas: Erscheinungsformen und Wege zur Hilfe

Essstörungen – wenn Essen zum Thema wird
⚠️ Triggerwarnung: Dieser Beitrag beschreibt Essstörungen und ihr Erscheinungsbild. Wenn Sie selbst betroffen sind, lesen Sie ihn bitte in einem Moment, in dem Sie sich stabil fühlen.

Essen – notwendig für unser Überleben und ein scheinbar alltäglicher, normaler Vorgang. Und dennoch ist das Thema Essen für viele von uns mit Schwierigkeiten behaftet. Das Streben nach dem optimalen Aussehen und einem damit verbundenen positiven Selbstbild spielen dabei eine große Rolle. Was all diese „Ess-Themen" gemeinsam haben: Sie bergen ein hohes Risiko – nicht nur für das seelische Wohlbefinden, sondern auch für die körperliche Gesundheit.

🍽️ Wenn Essen zum Problem wird

Problematischer Umgang mit Essen kann viele Gesichter haben: Manche Menschen leiden unter Essanfällen, die in manchen Fällen durch selbst herbeigeführtes Erbrechen oder aber mit der Einnahme von Abführmitteln kompensiert werden. Andere essen einfach kontinuierlich zu viel, so dass mit der Zeit Übergewicht entsteht. Wiederum andere schränken ihre Nahrungszufuhr auf solch drastische Weise ein, dass das Körpergewicht immer weiter sinkt.

So haben viele Menschen Probleme damit, regelmäßig die „richtigen" Mengen oder überhaupt „das Richtige" zu essen. Hinter diesen unterschiedlichen Verhaltensweisen verbirgt sich meist weit mehr als eine Frage der Ernährung – sie sind Ausdruck seelischer Not, die nach Aufmerksamkeit ruft.

🌀 Binge Eating – wenn die Seele nach Trost sucht

Binge Eating bedeutet wiederholtes, anfallsartiges, exzessives Essen. Essen dient hier quasi als Seelentröster. So werden innerhalb kurzer Zeit große Mengen meist hochkalorischer Nahrungsmittel verzehrt, bis ein unangenehmes Völlegefühl entsteht, die Nahrungsmittel ausgehen oder es zu Störungen von außen kommt. Das Essen wird zunächst tatsächlich als tröstlich und entlastend empfunden. Dieses Gefühl weicht jedoch sehr schnell einem Gefühl von Scham, Versagen und Kontrollverlust.

Die Betroffenen schaffen es häufig, ihr Gewicht phasenweise durch Diät oder exzessiven Sport zu regulieren; Rückfälle sind jedoch meist vorprogrammiert. Ein hohes Maß an Frust entsteht, die Seele schreit nach Trost. So entwickelt sich ein Teufelskreis, der aus eigener Kraft dauerhaft nur schwer zu durchbrechen ist.

🔄 Bulimie – der stille Teufelskreis

Ähnlich wie beim Binge Eating leiden die Betroffenen unter Heißhungeranfällen. Diese werden anschließend durch selbst herbeigeführtes Erbrechen oder aber durch die Einnahme von Abführmitteln oder Entwässerungsmedikamenten kompensiert, um eine Gewichtszunahme zu verhindern. Aber auch nach „ganz normalen" Mahlzeiten kann es zu den genannten Maßnahmen kommen, häufig auch mehrmals am Tag.

Bulimie ist mit starken Scham- und Schuldgefühlen verbunden, so dass die Erkrankung in den allermeisten Fällen verheimlicht wird. Da Bulimie-Erkrankte oft normalgewichtig sind, bleibt die Erkrankung häufig vom Umfeld jahrelang unerkannt – stellt für die Betroffenen jedoch eine enorme seelische und auch gesundheitliche Belastung dar.

🌿 Anorexie – wenn der Körper verhungert

Die Anorexia nervosa, so der Fachbegriff, ist geprägt von starkem Gewichtsverlust und bedenklichem Untergewicht. Die Betroffenen nehmen so wenig Nahrung wie möglich zu sich und verfolgen ihr Ziel, möglichst dünn zu werden und zu bleiben, mit allergrößtem Eifer. Jeder Gewichtsverlust erfüllt sie mit großem Stolz. Gleichzeitig sehen sich viele selbst bei niedrigstem Gewicht als zu dick an. Ein Großteil aller Gedanken kreist um das Thema Essen bzw. Nichtessen – und die morgendliche Zahl auf der Waage bestimmt darüber, ob ein guter oder ein schlechter Tag bevorsteht.

Das meist sehr besorgte Umfeld kann derweil nur hilflos zuschauen, denn die Betroffenen sind häufig für keine Argumente zugänglich. Das gefühlte Unverständnis der Angehörigen und Freunde führt nicht selten zu Rückzug und Isolation.

Magersucht ist eine sehr ernste, lebensbedrohliche Erkrankung, die einer stationären Behandlung bedarf. Als Heilpraktikerin für Psychotherapie stehe ich als Ansprechpartnerin zur Verfügung, um gemeinsam mit den Erkrankten ein Verständnis für die Krankheit zu entwickeln, neue Ziele zu entdecken und sukzessive eine Krankheitseinsicht und damit Kooperationsbereitschaft zu erzeugen. Auch bei der Suche nach der geeigneten stationären Einrichtung bin ich unterstützend tätig. Nach erfolgter stationärer Behandlung bin ich schließlich da, um die Lücke zwischen stationärer Betreuung und Rückkehr in den Alltag zu schließen.

Doch nicht nur die Erkrankten selbst benötigen Hilfe – auch für Angehörige und Freunde ist die Erkrankung des geliebten Menschen eine schwere Belastung. Gefühle wie Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, aber auch Wut und Verzweiflung sind da vollkommen normal. Daher kann es auch für Angehörige sinnvoll sein, Hilfe in Anspruch zu nehmen, um einen guten, für den Betroffenen hilfreichen Umgang damit zu finden.

⚖️ Adipositas – wenn Essen zur Bewältigung wird

Adipositas, d. h. starkes Übergewicht, zählt im eigentlichen Sinne nicht zu den psychischen Erkrankungen. Und dennoch: Übermäßiges Essen und Übergewicht kann sowohl Ausdruck von seelischer Not sein als auch große seelische Not nach sich ziehen. Sehr häufig ist beides der Fall – ein Teufelskreis.

Die Ursachen können vielfältig sein, sei es Stress, Langeweile, zu wenig Bewegung, körperliche Erkrankungen oder Alltagsfrust. Wichtig ist es, die möglichen Ursachen zu beleuchten und neue Wege zu finden, mit negativen Gedanken und Gefühlen umzugehen. Denn erst wenn diese gefunden sind, wird das Essen als „Problemlösung" nicht mehr gebraucht.

💬 „Hinter jeder Essstörung steckt eine Geschichte – und hinter jeder Geschichte steckt ein Mensch, der einen Weg heraus verdient."

Gemeinsam den Weg zur Veränderung gehen 🌿

In meiner Praxis unterstütze ich Sie dabei, einen gesunden Umgang mit Essen und Ihrem Körper zu entwickeln. Gemeinsam arbeiten wir daran, die tieferliegenden Ursachen Ihrer Essstörung zu verstehen und zu bewältigen. Mein Ziel ist es, Ihnen dabei zu helfen, ein positives Selbstbild zu entwickeln und Strategien für ein gesundes und zufriedenes Leben zu erlernen. 0179 – 100 29 83 · kontakt@klauser-psychotherapie.de


Beate Klauser
Beate Klauser
Heilpraktikerin für Psychotherapie · Karlsruhe